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20.08.2017 13:42 Alter: 242 days

DVKC Kolumne August 2017

IT-Lotse


Für Krankenhäuser ist die IT mehr als ein reiner Kostenfaktor. Im Vordergrund stehen eine bessere interne Kommunikation und eine effizientere Verwaltung. Das IT-Controlling in den Kliniken gewinnt daher immer mehr an Bedeutung.

Die Anforderungen an die IT in den Krankenhäusern steigen: Vielfältige ITSysteme sollen den medizinischen Versorgungsprozess unterstützen, es besteht ein hoher Informations und Kommunikationsbedarf, dazu kommen immer mehr Schutzmaßnahmen für die zunehmende Bedrohungslage durch Cyberangriffe. Dies alles steht allerdings im Widerspruch zu einem zunehmenden Rechtfertigungs
und Kostendruck. Die ITKosten beanspruchen in der Regel zwischen fünf bis sieben Prozent der Ausgaben eines Unternehmens. In einem Krankenhaus liegt der Mittelwert bei 2,73 Prozent ITKosten gegen über dem Umsatz (Studie von Lexta Consultants Group in Berlin von 2014). Für Krankenhäuser in Deutschland ist die IT aber mehr als ein reiner Kostenfaktor. Und die IT selber kann den Herausforderungen
nur dann gerecht werden, wenn sie mit bedarfsgerechter Prozessunterstützung und modernem Informationsmanagement nachweislich hilft, die strategischen Unternehmensziele zu erreichen. Das IT-Controlling berät das Management bei der zielorientierten Planung und Steuerung, damit die Unternehmensziele gesichert wer
den. Als Bereichscontrolling hat es die Aufgabe, die Informationsversorgung so effektiv und effizient wie möglich zu leisten. Auch bei IT-Investitionen spielt das Controlling eine immer bedeutendere Rolle, da alle größeren Investitionen in einem Krankenhaus auch IT gestützt umgesetzt werden. Grundlage für ein effektives ITControlling ist eine korrekte Buchung der ITKosten auf den zugehörigen Konten sowie Kostenstellen, um die IT-Kosten eindeutig zu definieren. In einem Verbund von
mehreren Krankenhäusern ist dies von besonderer Bedeutung, um IT-KostenBenchmark im Verbund zu ermöglichen. Hier empfiehlt es sich, gemeinsam klare Buchungsrichtlinien zu erarbeiten und festzulegen. Controlling der IT dient aber nicht allein einer Kostenreduktion im IT-Bereich, sondern bedeutet, ein strategisches und operatives IT-Controlling über alle Bereiche hinweg zu integrieren. Das beginnt bei
der Definition der ITStrategie auf Unternehmensebene, geht weiter bei der Wirtschaftlichkeitsanalyse der ITInvestitionen, bis hin zum Projektcontrolling eines einzelnen IT-Projektes. Gut aufgestellt hilft das IT-Controlling somit, die IT an den Unternehmenszielen auszurichten und zu steuern, IT-Leistungen (wo es
sinnvoll ist) zu standardisieren, IT-Prozesse zu optimieren, die IT-Kosten an die Geschäftsführung zu reporten sowie eine verursachungsgerechte IT-Kosten und Leistungsverrechnung zu etablieren.

Kolumne von Cornelia Müller-Wenzel, Finanzvorstand beim DVKC und leitet den Bereich Unternehmensentwicklung und Controlling der KIT Services GmbH – Knappschaft Bahn See.
erschienen in f&w, Ausgabe August 2017