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02.02.2017 12:42 Alter: 2 yrs

Kliniken nutzen eigene Daten zu wenig

Berlin – Viele Krankenhäuser in Deutschland nutzen die Möglichkeiten zur Analyse der eigenen Ergebnisse nicht ausreichend. Vor allem beim Vergleich von Kennzahlen, eige­nen Leistungen, der Deckungsbeitragsrechnung sowie den Daten zu optimalen Prozess­abläufen gebe es bei vielen Häusern erheblichen Nachholbedarf, berichtet eine Stu­die des Deutschen Vereins für KrankenhausControlling (DVKC). Die Befragung mit Daten von rund 180 Krankenhäusern wurde heute in Berlin vorgestellt.


Die Analyse wurde gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Controlling der Bergischen Universität Wuppertal sowie der Beratungsfirma zeb aus Münster erstellt. Ein Schwerpunkt lag bei der sechsten Befragung des Vereins auf dem Benchmarking, also dem standardisierten Vergleich von Kennzahlen wie Qualität, Liegezeiten oder auch finanzielle Leistung einer Abteilung mit anderen Abteilungen im Haus oder Abteilungen von ähnlich strukturierten Kliniken. 

Laut Studie werden in den befragten Häusern Leistungskennzahlen sehr regelmäßig ver­glichen (96 Prozent), Sachkosten, Personalzahlen oder Ergebnisse aber nur in knapp 80 Prozent der Kliniken. Besonders bei Krankenhäusern, die nicht einem Klinikverbund angehören, werden die Zahlen, die Klinikleitungen aus der ControllingAbteilung bekommen, kaum im Rahmen eines Benchmarking-Prozesses analysiert. 

„Wir sehen Probleme aber auch Möglichkeiten, wenn Kliniken auch ihre Prozesskennzahlen kontinuierlicher vergleichen würden“, sagte Christian Heitmann von zeb. Nach sei­ner Erfahrung würde aber kaum an der Verbesserung von Arbeitsabläufen und Pro­zess­en in einer Klinik gearbeitet. Nach Ansicht der Studienautoren müssten die in den unterschiedlichen Stationen erhobenen Daten – etwa im kaufmännischen oder medizinischen Controlling – besser verzahnt und die Ergebnisse auf die Fachabteilungen heruntergebrochen werden. 

„Dieser Vergleich sollte zur Transparenz von Prozessen genutzt werden, nicht, um die eine Abteilung gegen die andere aufzustellen“, mahnte der Berater. Die Autoren betonten, Kliniken müssten künftig viel mehr Daten, die in den Häusern gesammelt werden, zusammenführen. Nach Meinung von Heitmann sollten die Kliniken auch bei der Datenerhebung und verarbeitung viel stärker auf die Digitalisierung setzen. Klinikcontrollers sollten künftig stärker damit beschäftigt sein, die Daten zu analysieren und auch an die leitenden Ärzte zu kommunizieren.

Quelle: www.aerzteblatt.de